Direktvermarktung

Nach § 21b EEG 2021 muss jede Anlage einer Veräußerungsform unter Einhaltung der Fristen nach § 21c EEG 2017 zugeordnet werden:

  • der Marktprämie nach § 20,
  • der Einspeisevergütung nach § 21 Absatz 1Nummer 1, Nummer 2 oder Nummer 3
  • dem Mieterstromzuschlag nach § 21 Absatz 3 oder
  • der sonstigen Direktvermarktung nach § 21a.

Bei fehlender Zuordnung verringert sich der Zahlungsanspruch nach § 52 Absatz 2 EEG 2021.

 

Direktvermarktung

Neuanlagen größer 100 kW sind nach § 21 EEG 2021 und nach § 4 KWKG direktvermarktungspflichtig und müssen unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen und Bestimmungen angemeldet werden. Wechselprozesse für Einspeisestellen (MPES) sind in den Beschlüssen der Bundesnetzagentur festgelegt. Die aktuelle, gültige Verfassung finden Sie unter Wechselprozesse für Einspeisestellen (MPES).

Die Voranmeldung für Neuanlagen kann auch über das Formular erfolgen.

 

Anmeldung Direktvermarktung

 

Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kW können eine reduzierte Ausfallvergütung für einen begrenzten Zeitraum in Anspruch nehmen. Diese ist unter § 21 EEG 2021 geregelt und beträgt 80 Prozent des jeweiligen anzulegenden Wertes. Die zeitlichen Einschränkungen gelten nicht für Bestandsanlagen. Die Anmeldung für eine Ausfallvergütung kann schriftlich mit Unterschrift und Stempel oder über folgendes Formular „Anmeldung Direktvermarktung“ erfolgen.

 

Neuanlagen größer 750 kW (Biogasanlagen ab 150 kW) sind verpflichtet, an einem Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur teilzunehmen.

 

Marktprämie

Die Voraussetzung für den Anspruch auf eine Marktprämie ist das Vorhandensein einer Fernsteuerbarkeit durch einen Dritten.

Die Fernsteuerbarkeit ist in § 10b EEG 2021 geregelt: Anlagenbetreiber von Anlagen in der Direktvermarktung müssen die Anlagen mit technischen Einrichtungen ausstatten, über die das Direktvermarktungsunternehmen oder die andere Person, an die der Strom veräußert wird, jederzeit

 

  • die Ist-Einspeisung abrufen kann und   
  • die Einspeiseleistung stufenweise oder, sobald die technische Möglichkeit besteht, stufenlos ferngesteuert regeln kann, und 

dem Direktvermarktungsunternehmer oder der anderen Person, an die der Strom veräußert wird, die Befugnis einräumen, jederzeit

 

  • die jeweilige Ist-Einspeisung abzurufen und  
  • die Einspeiseleistung ferngesteuert in einem Umfang zu regeln, der für eine bedarfsgerechte Einspeisung des Stroms erforderlich und nicht nach den genehmigungsrechtlichen Vorgaben nachweislich ausgeschlossen ist.

 

Zur Erbringung des Nachweises zur Fernsteuerung durch Dritte können Sie gerne unsere Vorlage verwenden.

 

Erklärung zur Fernsteuerbarkeit

 

Mieterstromzuschlag

Die Voraussetzungen für die Zahlung des Mieterstromzuschlags müssen nach den §§ 21 und 23c EEG 2021 erfüllt sein, u.a. die Meldung im Marktstammdatenregister.

 

Sonstige Direktvermarktung

Bei der sonstigen Direktvermarktung erhält der Anlagenbetreiber keine Förderung nach dem EEG. Die Anmeldung und Zuordnung sind den Prozessen von EEG-Anlagen gleichgesetzt.

 

Vorgaben zu PV-Neuanlagen zwischen 300 und 750 kWp ab dem 01.04.2021

Betreiber von PV-Neuanlagen an oder in einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand mit einer Leistung zwischen 300 kWp und 750 kWp (Inbetriebnahme ab dem 01.04.2021) müssen nach dem EEG 2021 zwischen der gesetzlich festgelegten Marktprämie oder der Teilnahme einer Ausschreibung wählen (§ 48 Abs. 5 EEG 2021).

Bei Wahl des Marktprämienmodells gilt der Anspruch zur Marktprämie bei diesen Anlagen nur für 50 % der erzeugten Strommenge. Für den darüberhinausgehenden Anteil der erzeugten Strommenge verringert sich der Förderanspruch auf null. Oberhalb dieser 50 % der erzeugten Strommenge müssen die Strommengen daher entweder selbst verbraucht oder im Rahmen der sonstigen Direktvermarktung vermarktet werden.

Bei der Ausschreibung ist die Nutzung des erzeugten Stroms als Eigenverbrauch ausgeschlossen.

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