Einspeisemanagement - Netzsicherheitsmanagement

Rechtsgrundlage und Formulare

Unter Netzsicherheitsmanagement versteht sich die zeitweise Reduzierung der Wirkleistung von Erzeugungsanlagen bis zu deren kompletter Abschaltung im Rahmen der Systemsicherheit und der Netzsicherheit nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und des Einspeisemanagements nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Entlastungsmaßnahmen

Im Rahmen des gesetzlichen Netzsicherheits- bzw. Einspeisemanagements sind im laufenden und zurückliegenden Jahr folgende Entlastungsmaßnahmen durch die Syna GmbH durchgeführt worden.

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Erläuterungen zum Netzsicherheitsmanagement

Bedingt durch den massiven Zuwachs an dezentraler Erzeugungsleistung stoßen elektrische Netze, vor allem in Netzgebieten mit hohem Aufkommen an EEG-Anlagen, mehr oder weniger schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. In Hoch- und zum Teil auch in Mittelspannungsnetzen, kann allein schon bedingt durch Genehmigungsverfahren, ein Netzausbau nicht mehr immer zeitnah erfolgen. Bei Schwachlast und hoher Einspeiseleistung wächst hier die Gefahr der Netzüberlastung, die nur noch mit Leistungsreduzierungen bei den Erzeugungsanlagen beherrscht werden kann. In Kenntnis dieser Situation und um möglichst viel an dezentraler Erzeugungsleistung in öffentliche Netze einspeisen zu können, hat der Gesetzgeber im EnWG und im EEG Voraussetzungen geschaffen, die sowohl die betroffenen Anlagen- als auch die Netzbetreiber umzusetzen haben.

Die Syna GmbH realisiert das Einspeisemanagement mit Hilfe der sogenannten Funkrundsteuertechnik. Hierzu ist bei allen Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung > 100 kW und < 1.000 kW ein Funkrundsteuerempfänger zu installieren.

Gleiches gilt für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie mit einer installierten Leistung bis einschließlich 100 kW.

Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie mit einer installierten Leistung bis einschließlich 30 kW und weniger können sich alternativ auch dazu entscheiden, am Netzverknüpfungspunkt die maximale Wirkleistungseinspeisung dauerhaft auf 70% der installierten Leistung der Anlage zu begrenzen.

Zusätzlich muss bei Erzeugungsanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung > 100 kW die Ist-Einspeiseleistung bereitgestellt werden. Die Umsetzung dieser Vorgabe erfolgt derzeit, wenn die

Syna GmbH auch der Messstellenbetreiber ist, über die Fernauslesung der installierten Messeinrichtung mit registrierender Lastgangmessung (RLM).

Die Kosten für die Umsetzung sind vom Anlagenbetreiber zu tragen.

Der Zubau bzw. die Erweiterung einer Erzeugungsanlage kann unter Umständen zu einer Nachrüstpflicht eines Funkrundsteuerempfängers bzw. zur Anpassung der vorhandenen Leistungsklasse, wenn bereits ein Funkrundsteuerempfänger vorhanden ist, führen. Sollte eine Umparametrierung erforderlich werden, bitten wir dies, unter Verwendung des von der Syna GmbH bereitgestellten Formulars, zu beauftragen.

Zur Ermittlung der richtigen Leistungsklasse sind die jeweils gültigen gesetzlichen Vorgaben - insbesondere die Definition des Anlagenbegriffes - zu beachten.

Die Parametrierung der Funkrundsteuerempfänger erfolgt bei der Syna GmbH nach diesen Leistungsklassen (LK):

  • LK1 installierte Leistung < 30 kW
  • LK2 installierte Leistung > 30 kW bis < 100 kW
  • LK3 installierte Leistung > 100 kW bis < 1.000 kW

Bei großen Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung > 1.000 kW erfolgt die Realisierung des Einspeisemanagements durch den Einsatz eines Kleinfernwirkgerätes. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an die unten genannte Kontaktadresse.

Wie funktioniert das Netzsicherheitsmanagement (NSM)?

Das Netzsicherheitsmanagement greift nur in netz- oder systemkritischen Situationen ein. Bei Identifikation einer unzulässigen Betriebsmittelbelastung, wird ausgehend von der Netzleitstelle der Syna GmbH ein Funkrundsteuersignal an die in der betroffenen Region einspeisenden Anlagen gesendet. Dieses Funksignal gibt vor, mit welcher maximalen Wirkleistung die Erzeugungsanlagen, die in das Netzsicherheitsmanagement eingebunden sind, in das Netz einspeisen können.

Normalisieren sich die Betriebsmittelbelastungen und wird der dauerhaft zulässige Strom sicher unterschritten, erfolgt wieder die Freigabe der Einspeiseleistungen für die reduzierten Anlagen.

 

Hinweis:

Die Lieferzeit eines Funkrundsteuerempfängers kann nach Eingang des vollständig ausgefüllten Bestellformulars bis zu fünf Wochen betragen. Im Rahmen der Anlagenplanung ist diese Zeitspanne zu berücksichtigen.

Hinweise Funkrundsteuerempfänger

Bestellformular Funkrundsteuerempfänger

Inbetriebsetzungsprotokoll Funkrundsteuerempfänger 

Bestätigung Leistungsbegrenzung PV-Anlagen 

Umparametrierung Funkrundsteuerempfänger

Spezifikation zur fernwirktechnischen Anbindung von Erzeugungsanlagen in Übergabestationen der Mittelspannungsebene (10- und 20kV)

 

Ihren richtigen Ansprechpartner finden Sie hier.

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